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Bitte Leute, sprecht wieder in ganzen Sätzen

21. Oktober 2016

Diese Angewohnheit geht mir schon eine ganze weile auf die Nerven. Ich habe das Gefühl, der Alltag lässt uns alles abkürzen, nur um unser Tagespensum irgendwie zu schaffen. Wie das dann auf andere wirkt, scheint egal zu sein.

„Sprich bitte in ganzen Sätzen!“

 

 

Meinen Kindern versuch ich genau dieses gerade beizubringen. Vor allem meinem Großen, der ja nächsten Sommer zur Schule gehen soll. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern dass mir als Kind auch häufiger zugetragen wurde, ganze Sätze zu bilden. Und heute? Heute sind es oft die Älteren die z.B. zu mir in die Apotheke kommen, nicht einmal Guten Tag sagen wenn sie durch die Tür kommen, mich emotionslos angucken und sagen: „Thomapyrin!“ Das Wort kann man beliebig gegen Tüte, Aspirin, Husten usw. austauschen.

Wenn es dann noch richtig unhöflich werden soll, dann geht mein Gegenüber mitten im Verkaufsgespräch, falls man das so bezeichnen kann, an das gerade zu klingeln beginnende Smartphone.

Was ist nur mit unserer Gesellschaft los? Ständig wird über alles gemosert. Meist über unwichtige Dinge. Und vor allem, wenn Kinder der Grund sind. Unsere Kinder heutzutage  sind laut, hören nicht auf ihre Eltern und sind im allgemeinen ungezogen und frech. Gerade die ältere Generation prangert dies auffällig häufig an. Die, die oft nicht mehr Guten Tag sagen können wenn sie ein Geschäft betreten. Die Generation, die bei Rot über die Ampel läuft damit ich meinem Sohn erklären darf , warum die das eigentlich auch nicht dürfen es aber trotz dem machen und wir selbstverständlich weiter warten bis das grüne Ampelmännchen für uns leuchtet.

Mit der älteren Generation meine ich unsere Mitmenschen ab ca. 60 Jahre aufwärts. Es sind nicht alle so. Aber doch viele!

Ich gebe mir als Mutter wirklich Mühe

Ich möchte meine Kinder zu guten Menschen erziehen. Zu Menschen mit Werten. Jeder Mensch ist dem anderen irgendwie ein Vorbild. Ein Vorbild kann man durchaus auf unterschiedliche Art und Weise sein. Meist versucht man ein positives Vorbild zu sein. Wenn mein Sohn mir ein „Jahhaaa, ich komm gleich!“ entgegen ruft, dann merke ich wieder, wie wichtig diese Vorbildfunktion bei uns Erwachsenen ist. Dann rufe ich mir wieder einmal mehr ins Gedächtnis zurück, meine Kinder nicht warten zu lassen, den Haushalt mal kurz liegen zu lassen und nicht Ich komme gleich zu sagen. Sagt mein Großer „Mama, Apfel?“ hört er deshalb von mir: „So mein Kind und wie heisst dein Wunsch in einem kompletten Satz?“ „Mama, darf ich einen Apfel haben?“                                                                                     Ich weiss wie sehr ich das früher als Kind gehasst habe wenn meine Eltern genau das zu mir sagten. Um so mehr nervt es mich heute wenn die Leute keine vollständigen Sätze mehr bilden können und ich dankbar dafür sein kann, dass das meinen Eltern so wichtig war.

Hauptsätze sind grammatisch vollständige Sätze. Sie bestehen meistens aus Subjekt, Verb und Objekt. 

Wie sollen es denn unsere Kinder richtig lernen, wenn sie viele Dinge so völlig falsch vorgelebt bekommen? Es muss ja nicht in der eigenen Familie sein. Warum ist unsere Umwelt und unser Alltag nur so schrecklich rücksichtslos und hektisch geworden? Das tut doch niemandem gut. Weder einem selbst noch seinen Mitmenschen. Wenn wir uns alle mit ein bisschen mehr Respekt und Freundlichkeit begegnen würden, wäre der Alltag ein viel schönerer. Der Bus fährt in 2 Minuten? Na und? Der nächste fährt meist 20 Minuten später. Das ein bisschen entschleunigung im Alltag würde jedem jedem gut tun. Mich eingeschlossen. Auch ich muss das lernen. Gerade meinen Kindern zu liebe. Und dennoch auch für mich. Ist der Alltag hektisch, bin ich genervt und gereizt. Sind auf der Arbeit die Patienten dann auch noch so überaus freundlich, ärgere ich mich so sehr darüber, dass es meinen Tag versaut.

Seid doch mal ehrlich, wer freut sich denn nicht über ein Hallo und ein freundliches Auf wiedersehen! Einen schönen Tag noch. von seinem Gegenüber als nur ein emotionsloses Tüte?!

Ahoi Nady

 

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From → Alltag

One Comment
  1. Ich finde, du hast sehr recht. Leider haben nicht alle Menschen die selben Werte und solange das anderen nicht schadet, ist das ja auch ok (zum Beispiel nicht „Guten Tag“ zu sagen ist zwar nicht besonders höflich, aber unschädlich). Hauptsache, man verliert sich da selber nicht und bleibt seinen eigenen Werten treu. Ich versuche zum Beispiel meinen Sohn dazu anzuhalten, sich immer zu bedanken, wenn er etwas bekommt. Er ist zwar noch nicht einmal 2 Jahre alt und sagt dann nur „dada“ und ich bekomme von Seiten der Schenkenden auch oft zu hören, das wäre nicht so wichtig. Aber mir ist es wichtig. Ich finde, dass einem das Danke-Sagen noch einmal bewusst macht, dass einem gerade etwas Nettes und Gutes getan wurde. Man zeigt außerdem dem Schenkenden, dass man das wahrgenommen hat und schätzt. Daher halte ich daran fest und irgendwann wird aus dem Dada dann schon noch ein Danke.

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