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Frühling: des einen Freud, des anderen Leid

10. Mai 2016

Wir haben Mai. Die ersten wärmeren Tage erfreuen unsere Seele und lassen uns nach einem langen, dunklen und kalten Winter wieder lächeln. Die ersten Bäume fangen an zu blühen und genau die Kombination aus Sonne und neuen farbenfrohen Blüten oder anderen Knospen bedeutet für mich und auch für viele andere Menschen der Beginn einer langen Leidenszeit.


Als Allergie wird eine überschießende krankhafte Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte normalerweise harmlose Umweltstoffe (Allergene) bezeichnet. Die allergische Reaktion richtet sich gegen von außen kommende Stoffe. 

Ich erinnere mich an meine erste allergische Reaktion in der Kindheit. Nur war es mir und meinen Eltern nicht bewusst, dass es sich um eine Allergie handelt. Mein Opa lebte damals in Hannover und in regelmäßigen Abständen besuchten wir ihn und seine Lebensgefährtin. Die beiden hatten ein Haustier, eine Katze. Immer wenn wir dort waren juckte mir der Rachen, ich bekam Schnupfen und die Augen juckten. Ab und an besuchten wir auch die Tochter der Lebensgefährtin. Auch sie hatte Katzen als Haustiere. 2 Perserkatzen. Dort war die Reaktion bei mir immer besonders schlimm.

Mit ca. 17 Jahren begannen diese allergischen Reaktionen auch im Frühjahr. Immer dann, wenn viele Pflanzen und Bäume anfingen zu blühen. Augenjucken, Niesen ohne ende und Hautekzeme machten mir den Alltag schwer. Beim meinem damaligen Hausarzt wurde dann irgendwann ein Allergietest gemacht der dann mit diverse rote Flecken an den Unterarmen den Verdacht des Arztes bestätigte. Hasel, Gräser, Frühblüher, Birke und Katzenhaare. Mit den richtigen Tabletten bekam ich das ganz prima in den Griff, und wenn es mal eine ganz extreme Zeit war, dann nahm ich noch antiallergische Augentropfen und Nasenspray.

2007 zog ich mit meinem Mann nach Sylt. Oft höre ich auch in der Apotheke, dass man immer denkt, dass die Beschwerden hier auf der Insel gar nicht oder kaum auftreten. Tja, ein Irrtum wie ich in meiner ersten Zeit hier auch feststellte. Mit ein paar Mädels machte ich einen Ausritt durch die Braderuper Heide. Wunderschöne Gegend an der Wattseite gelegen. Sollte man sich auf jeden Fall mal anschauen wenn man hier auf der Insel ist. Am nächsten Morgen wachte ich auf und konnte kaum noch aus den Augen schauen. Es war alles angeschwollen, juckte und ich weiss, dass ich in dem Moment wirklich verzweifelt war. Natürlich ging ich zum Arzt und bekam erst einmal die volle Dröhnung mit Kortison und allem drum und dran. Der Arzt wollte einen aktuellen Allergietest haben und hatte mir dann eine Hyposensibilisierung dringend empfohlen. Durch die steigende Gabe von Allergenen soll es zu einer Gewöhnung an das Allergen kommen, um so die überschießende Reaktion des Immunsystems auf das Allergen zu verhindern. Fast 3 Jahre hat das ganze gedauert, aber es hat mir geholfen. Ich brauchte keine Tabletten oder Augentropfen mehr. Die Therapie ganz beenden konnte ich nicht, weil ich dann mit meinem Sohn schwanger war. Und dennoch hatte ich viele Jahre wirklich Ruhe.

Aber was kann man als Schwangere gegen die Beschwerden machen? Nichts? Natürlich möchte man sein ungeborenes Kind nicht schaden und erträgt die ganzen Reaktion des eigenen Körpers irgendwie. Jedoch kann man sich trotz allem ein bisschen helfen. Oft hilft es, sich von den Pollen ein bisschen abzuschotten wie z.B. mit geschlossenen Fenstern Auto zu fahren, sich vor dem Schlafengehen die Haare zu waschen und nicht bei offenem Fenster zu schlafen bzw. ein Pollengitter an diesem anzubringen. Auch hilft morgens und abends eine Nasendusche zu benutzen. Ein Nasenspray, welches hypertone Kochsalzlösung enthält, kann einem auch Abhilfe schaffen und abschwellend wirken. Bei stärkeren Beschwerden an den Augen und der Nase kann man aber auch in der Schwangerschaft frei verkäufliche Antihistaminika anwenden. Sie wirken nur auf einen sehr kleinen Bereich der Schleimhaut – Schäden beim Ungeborenen sind bis heute nicht beobachtet worden.

Wenn das alles nicht hilft, dann sollte man einen Arzt aufsuchen. Am besten einen Allergologen. Gerade wenn Atemnot eine Rolle spielt, ist der Besuch beim Spezialisten unumgänglich. Asthmaanfälle können unter Umständen zu Komplikationen während der Schwangerschaft führen. Außerdem könnte das Wachstum des Kindes beeinträchtigt werden.

Genau diese  Atemnot und ein ständiger Husten über mehrere Wochen führte mich selber wieder zum Hausarzt. Er konnte so erst nichts richtiges feststellen ausser dass ich aus dem letzten Loch pfiff. Und so machten wir erneut einen Allergietest. Zu den Altbekannten gesellten sich ein paar neue Genossen. Eines meiner Lieblingstiere zum Beispiel, mit denen ich meine halbe Kindheit verbracht habe; das Pferd. Ich habe mich nun entschieden, weil es mir beim letzten Mal schon einiges gebracht hat und jahrelange Ruhe beschert hat, erneut eine Hyposensibilisierung zu machen.

Da der Frühling wieder so plötzlich kam, blüht nun alles explosionsartig. Dazu kommen dann noch die Pollen vom Festland, je nachdem aus welcher Richtung der Wind kommt. Heute war das Augenjucken wieder extrem, so dass ich tatsächlich das erste Mal Augentropfen anwenden musste.

Ich bin wirklich gespannt, wie schnell die Behandlung dieses Mal anschlagen wird. Dennoch vermute ich ja, dass sich mein Körper einfach in der letzten Schwangerschaft verändert hat. Das habe ich schon in der ersten mit der Migräne gemerkt und in der letzten waren es wohl meine Allergien.

Wovor ich immer große Sorge hatte war, dass meine Kinder meine Allergien oder zumindest die Neigung dazu, vererbt bekommen. Unser Arzt sagte ganz am Anfang beim Großen, dass es bei ihm durchaus sein kann. Er habe bestimmte Schatten unter den Augen. Nun ja, ich habe mir gedacht das die Chancen einfach 50:50 stehen. Bisher hat er auch nie großartig Reaktionen gezeigt, bis auf ein bestimmtes Medikament. Bei der letzten Blutuntersuchung beim Kinderarzt sah dieser, dass der B-Boy leichte Allergische Reaktionen aufweist. Dennoch soll ich mir erst einmal keine Sorgen machen. Seit dem letzten Wochenende ist es aber so, dass er plötzlich Schnupfen ohne irgendwelche anderen Symptome hat, oft niesen muss und die Nase einfach zu ist. Ich denke er kommt, wie bei vielen anderen Dingen, in diesem Fall auch nach mir. Am Mittwoch haben wir den Termin zur U9, da werde ich meinen Verdacht einmal ansprechen.

Die  wunderbare Zeit der blühenden Pflanzen und Bäume hat erst begonnen. Wollen wir hoffen das meine Leidenszeit und die vieler anderer Menschen so kurz wie nur irgendwie möglich ist.

Habt ihr auch Allergien? Was macht ihr um es euch in der Zeit so angenehm wie möglich zu machen?

Ahoi

Eure Nady

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From → Alltag

One Comment
  1. Die Probleme mit den Allergien kenne ich zu gut…
    Ich habe selber Allergien gegen diverse Gräser, Tierhaare oder auch Hausstaubmilben – am kritischten ist bei mir aber die Zeit im Frühling wenn alles blüht.
    Geholfen hat mir aber eine angepasste Ernährung (möglichst unbearbeite Lebensmittel) und regelmäßige Nasenduschen.
    Komplett weg bekomme ich die Symptome damit zwar nicht, aber wenigstens bleibt meine Nase frei, die Augen tränen weniger und die Atemnot ist nicht mehr so schlimm.
    Daher kann ich dir das auch empfehlen 🙂

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