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B-Boy, der kleine Pechvogel

25. März 2016

Mein Großer hat es zur Zeit echt nicht leicht. Manchmal sind die Probleme von ihm selber gemacht und manchmal, da ist er zur falschen Zeit am falschen Ort.

So wie am Freitag vor 2 Wochen. Der Kindergarten hatte wegen Personalfortbildung geschlossen. Mein Mann und ich hatten schon vorher abgeklärt, dass er an diesem Tag bei unseren Kindern bleibt und ich arbeiten gehe.

Um 13Uhr schlug die Melodie der Feierabenduhr. Voller Vorfreude auf einen netten Nachmittag fuhr ich nach Hause. Dort schloss ich die Tür auf und hörte meinen Sohn freudig „Maaaaamaaaa!“ rufen…….und im selben Moment einen lauten Knall. Ich ahnte schlimmes! Sofort stürzte ich zu meinem Großen, nahm ihn in den Arm und versuchte ihn zu beruhigen. Er weinte fürchterlich. Im Badezimmer stellte ich mich und meine Emotionen auf Autopilot. Sofort kontrollierte ich sein Gesicht überall dort, wo er nun eine Verletzung haben könnte. Zähne, nichts. Nase, nichts! Und dann nahm ich seine Haare zurück und sah das Unglück. Eine tiefe Platzwunde auf der linken Stirnseite. „Ruf bitte einen Krankenwagen.“ sagte ich zu meinem Mann, nahm das Verbandszeug aus dem Schrank und versuchte die extreme Blutung durch viel Druck auf die Wunde zu stoppen. Der Krankenwagen war wirklich schnell vor Ort und man kümmerte sich prima um den B-Boy. Mein Mann fuhr mit ihm im Krankenwagen, ich mit dem Auto und der Morla hinterher. Nach der Erstversorgung warteten wir auf den Arzt im Schockraum. Mein Großer stand immer noch unter Schock. Das merkte ich daran dass er ungewöhnlich ruhig war. Aber er wollte auch wissen was er denn jetzt da am Kopf habe und was nun passieren wird. Seine größte Angst ist die, dass er eine Spritze bekommen muss. Die war aber leider unvermeidlich. Also erklärte ich ihm ganz genau, was er nun hat und was der Arzt machen wird. „Dein Hase hatte doch auch letztens ein Loch gehabt. Und dann mussten wir den nähen. Genau das wird der Doktor gleich bei dir machen.“

Gleich war nur relativ…..wir mussten 2 Stunden warten bis wir mal einen Arzt zu Gesicht bekamen. Immer wieder schaute mal eine Krankenschwester rein und fragte ob denn noch kein Arzt da gewesen sei.

 

Dann kam er endlich. Schaute sich die Wunde an und gab uns 3 Möglichkeiten zur Auswahl.

Möglichkeit 1: alles so lassen wie es ist. ( Ich weiss nicht ob es eher ein Scherz sein sollte um die Situation wieder aufzulockern)

Möglichkeit 2: kleben. Kam für mich dieses Mal nicht in Frage, weil die Wunde der Morla an der Stirn geklebt wurde und diese nicht wirklich schön verheilt ist.

Möglichkeit 3: nähen.

Wieder bekam der B-Boy Panik als das Wort Spritze fiel. Der wirklich nette Arzt zeigte ihm am Handrücken wie es in etwa wehtun würde. Das schien ihn etwas zu beruhigen. Leider musste der behandelnde Arzt noch einmal in eine Besprechung. So warteten wir weitere 40 Minuten.

Dann ging es los. Ich ging mit ihm unter die Schutzdecke und versuchte ihn abzulenken. Ein großes Eis haben wir ihm versprochen. „Oh will auch ein Eis!“ sagte die Krankenschwester. “ Das heisst nicht ich will, sondern ich möchte!“ klugscheisserte mein Großer und ab da wusste ich, dass es ihm schon wieder besser geht. „Du bist ein richtig tapferer großer Mann. Ich habe selten einen Vierjährigen erlebt, der so großartig mitgemacht hat.“ sagte der Arzt.

Nach 4 Stunden waren wir alle endlich wieder zu Hause. Der Mittagsschlaf für die Kleine ist ausgefallen, für mich das Mittagessen. So langsam fing die Welt sich auch für mich wieder an zu drehen. Um ein wenig herunterzukommen, wollte ich alleine den Wochenendeinkauf machen. Ich setzte mich ins Auto, drehte die Musik laut auf und fuhr eine Extrarunde. Einfach meine eigenen Gedanken nicht mehr hören müssen, losheulen und diesen schrecklichen Knall nicht mehr im inneren Ohr hören.

Nach 5 Tagen gingen wir zur Kontrolle zur Kinderärztin. Zufälligerweise hatten wir eh einen Termin zur Blutabnahme. Weil mein Sohn ihn letzter Zeit oft so Müde und Antriebslos war, wollte diese abklären, ob eventuell ein Eisenmangel oder ähnliches vorliegt.

 

Wieder eine Nadel und wieder war der B-Boy voller Panik. Aber auch das überstand er ganz tapfer. Gott sei Dank wurde aber nichts gefunden. Er ist kerngesund und wohl einfach nur im Wachstum. Das Fädenziehen diese Woche hat er dann wie ein Profi über sich ergehen lassen.

Liebes 2016! Nach den ganzen Geschehnissen in den ersten 3 Monaten in diesem Jahr die du hast meiner Familie zustossen lassen, möchte ich dich nun bitten ein bisschen Nachsicht mit uns zu haben. Für mich und meine Nerven. Danke.

Ahoi, Nady

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From → Alltag

2 Kommentare
  1. Puuuh, was für ein Schreck! Zum Glück ist es so glimpflich ausgegangen – wobei „glimpflich“ relativ ist. Für Deinen 4-jährigen war das sicher mehr als genug!
    Diese ewige Warterei in Krankenhäusern ist natürlich auch ganz schön ätzend. Grad wenn man dann darauf wartet, dass es endlich „vorbei“ ist und man nach Hause kann um zur Ruhe zu kommen…
    ((( )))

    • Sonnenscheinbaby permalink

      Ja, da hast du Recht. Für mich war es aber das schlimmste ihn so lange mit dem Loch im Kopf da liegen zu sehen. :-/

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