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Liebeserklärung an meinen Sohn

11. Februar 2015

Es wird mal wieder Zeit auch über meinen Sohn zu schreiben. Dieser tolle große Kerl, den ich so oft unterschätze und der in letzter Zeit so viel zurückstecken musste. Als großer Bruder hat man es nicht leicht, vor allem, wenn man sich selber so toll entwickelt und seine Mama es nicht immer so würdigen kann, wie sie es eigentlich sollte. Ich halte mich manchmal selber für eine schlechte Mutter, obwohl ich auch weiss dass ich es eigentlich nicht bin. Zwei Kindern gleich gerecht zu werden ist nicht immer leicht. Der schmale Grad zwischen gerecht und ungerecht ist nicht leicht zu treffen. Und so bekommt mein Großer leider manchmal eine Ansage zu viel. „Er ist doch erst 3,5 Jahre alt!“ sage ich oft zu mir selber. Und trotz dem oder weil er so ein großes Herz hat, verzeiht er mir. Wenn wir auf dem Sofa oder sonst irgendwo kuscheln und er mir dann sagt: “ Mami,….ich habe dich lieb. Ganz, ganz doll“ und mich dann drückt, so kräftig, dass mir die Luft weg bleibt bin ich im 7. Himmel. Und dann gibt es die Tage, an denen auch er schlechte Laune hat. Dann fällt es einem einfach schwer, nicht zu motzen. Wenn jeder Satz der ihm nicht passt mit einem bocken oder sogar einem richtigen Wutanfall endet, dann denke ich oft, was habe ich nur falsch gemacht und dennoch sehe ich mich oft in ihm. So war ich auch als Kind. Er zeigt seine Emotionen offen, so wie ich. Ist er traurig oder wütend, dann weint er. Freust er sich, dann sprudeln die Emotionen nur so über und er hört nicht mehr auf zu reden. Ja, er redet gerne und viel, wie ein Wasserfall und auch dann, wenn er mal kurz ruhig sein soll. Zum Beispiel wenn mein Mann und ich uns gerade unterhalten. Wenn der B-Boy was zu erzählen hat, dann muss es gleich und sofort sein. Es ist nicht immer einfach dann sein Verständnis zu erhalten, warum er gerade mal einen Augenblick warten muss.

Und dann kommt er zu mir und zeigt mir diese tollen Bilder, die er für mich oder meinen Mann gemalt hat. Ob es Bilder sind, die er so wunderbar bunt ausmalt oder seine eigenen Kreationen. Was ich sooo faszinierend finde ist, dass er so toll einmal vorgelesene Geschichten wieder erzählen kann. Zum Beispiel seiner Schwester. Dann setzt er sich mit dem Buch, aktuell der Grüffelo, zu ihr und sagt mit seiner niedlichen Stimme: „Schwestaaa, soll ich dir was vorlesen, ja?!“ Und dann erzählt er, anhand der Bilder die Geschichte aus seiner Erinnerung nach. Der große Kerl ist immer wieder für eine Überraschung gut. Denn als er vor ein paar Wochen zu mir sagte: „Mama guck mal, ich habe was geschrieben.“ erwartete ich die bisher üblichen Schlangenlinien. Aber nein, er hatte wirklich Buchstaben dort hingeschrieben. Also habe ich zum Spaß für ihn ein Übungsheft mit Buchstaben gekauft. Dort kann er die Buchstaben nachmalen und man lernt durch Bilder und andere Aufgaben wie man diesen verbindet. „Mama, darf ich heute wieder lernen?“ fragte er mich gestern Abend. Von wem hat er das nur? Dieses unbedingt was schaffen zu wollen? Gestern hatte ich auch mit der Morla das Vorgespräch in der KITA in der der B-Boy auch ist. Ihre neue Erzieherin sagte dann zu mir: „Ach, sie ist die Schwester von unserem Puzzle-Genie. Welche Puzzle B schon alleine macht bewundere ich wirklich. Welches er neulich gemacht hat war für 5 Jährige.“ Mein Mutterherz schwillt da vor Stolz noch mehr an.

Ja und dass er doch oft ein Mini Me von mir ist, merkt man daran, dass er Sachen sagt, die ich auch zu ihm sage. Nur anders. Wenn ich z.B. nicht sofort einen Apfel schneide weil ich gerade die Spülmaschine ausräume, dann sagt er: “ Mama, dann darfst du auch nicht auf meinen Geburtstag.“ Sollte ich ich wundern? Nicht dass ich mein Kind erpresse aber wenn man mal etwas erreichen möchte, dann helfe ich gerne mal nach. Wie beim Zahnarztbesuch. Wenn Leo Lausemaus beim Zahnarzt nicht hilft, dann helfe ich mit Trick 17 des Mamahandbuchs nach. “ B….., wenn du jetzt brav bist beim Zahnarzt, dann darfst du dir danach was aussuchen!“ ……Pädagogisch nicht wertvoll aber, *hust*, um sein Ziel zu erreichen darf man das mal. Und so spiegelt er das auf seine Art wieder. Und ich bin ihm auch nicht böse. Eher finde ich es faszinierend. Der kleine Fuchs.

Ja, er ist ein so toller kleiner Kerl. Der einfach viel häufiger auch als kleiner Kerl gesehen werden sollte. Ganz nach seinem Tempo. Denn auch wenn er der große Bruder in unserer Familie ist, ist er immer noch ein eigener kleiner Mensch. Mit so vielen tollen Eigenschaften, so viel Herz! Und ich habe gerade Tränen in den Augen denn ich will es einfach wieder besser machen. Wieder mehr auch SEINE Mama sein. Ich liebe diesen kleinen Kerl mit allen Ecken und Kanten. Denn genau so macht er es auch bei mir. ❤

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From → Alltag

4 Kommentare
  1. Oh wie schön – eine tolle Liebeserklärung. Heute gab es auch eine an meine beiden Kinder – die ich so gar nicht gleich liebe…. http://feiersun.de/2015/02/wie-unterschiedlich-ich-meine-kinder-liebe/

    Liebste Grüße
    JesSi Ca

  2. mommywithpassion permalink

    oh toll…ich habe dich übrigens für den Liebster Award nominiert. Schau doch mal auf meinem Blog http://mommywithpassion.com vorbei, dort gibt es nähere Informationen
    Lg Janine

    • Sonnenscheinbaby permalink

      Danke! 🙂 Ich schauen mal morgen in Ruhe.

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