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OP Bericht Paukenerguss beim B-Boy

24. Oktober 2014

Als der letzte Montag immer näher rückte, stieg auch meine innere Nervosität an. Die Heimreise von Düsseldorf nach Sylt mit dem Flugzeug trug leider nicht zu Entspannung vor dem großen Tag bei. Der Flug verspätete sich, es war unnatürlich warm für einen 19. Oktober und der B-Boy mit seinen unermüdlichen Plappermaul und der gefühlt sekündlichen Frage „Wann kommt das Flugzeug Mama?“ setzte mein Nervenkostüm auf eine harte Probe. Ich hatte Morla in der Manduca und wir fühlten uns beide nicht wohl, was eigentlich sehr selten ist. Das sich die Gefühle der Mutter oft auf die Kinder übertragen ist ja bekannt. Der B-Boy wollte nach 10 Tagen endlich zu seinem Papa und quengelte weiter, dass das Flugzeug nicht kommt und wir vergessen wurden. Die Leute um uns herum amüsierten sich sehr über die olle Motzbacke. Als der Flieger endlich da war, dachte ich dass nun etwas Ruhe einkehren würde. Da machte mir die Morla dann einen Strich durch die Rechnung. Sie brüllte fast den ganzen 45 minütigen Flug. Die anderen Fluggäste und deren Blicke versuchte ich zu ignorieren um mich nicht noch weiter unter Druck zu setzen…..klappte aber nur so zu 10%. „Das ist bestimmt der Druck auf den Ohren!“ sagte die Dame vor mir. Eine andere “ Das arme Ding ist bestimmt müde!“ Bestimmt hatten andere noch weitere Vermutungen und ich war mir einfach sicher dass es so ein Mix aus allem war, denn auf dem Hinflug waren wir kaum in der Luft das pennte die Morla total entspannt auf meinem Schoß.

Endlich auf der Insel angekommen stürzten wir uns freudig in die Arme meines Mannes. Zu Hause angekommen steckten wir die Kinder ins Bett und ich packte den schon vorgepackten Koffer fürs Krankenhaus zu Ende. Aber richtig zur Ruhe kam ich nicht wirklich. Der Mann schlief bei meinem Sohn, der sich das gewünscht hatte. Um 4Uhr klingelte der Wecker, der große OP Tag war da. Der erste Autozug um 5:30Uhr wurde genommen und um kurz nach 8Uhr waren wir im Krankenhaus in Kiel. Uns wurde ein Zimmer zugeteilt und wir mussten warten, bis man uns Bescheid gab, dass es gleich los geht. Die Schwester klebte ihm auf beide Handoberflächen ein Zauberpflaster ( das Emla Pflaster, welches die Oberfläche der Haut betäubt damit die Kinder die Einstiche der Nadeln nicht merken ) aber nur, weil ich mir zuerst ein Pflaster aufkleben liess. Die Stunden vergingen und dann kam endlich die Schwester rein dass wir unseren Jungen nun fertig machen können. Er wollte das alles natürlich nicht, nicht das doofe OP Hemd anziehen, nicht diese doofe Mütze aufsetzen. Was ich sehr beängstigend fand, wie sehr er sich  gegen den verabreichten Beruhigungssaft wehrte. Immer wieder fielen ihm die Augen zu um sie im gleichen Moment wieder aufzureissen und los zu motzen. Als er dann abgeholt wurde musste ich mich zu ihm legen und ihn beruhigen. Er liess sich alles nur gefallen wenn ich es auch machte. Ich muss zugeben dass ich Gemeindewiese auch mal lachen musste, denn er sah zwischendurch die kleinen rosa Elefanten. Dann kam aber der Moment an dem ich ihn den Ärzten überlassen musste und mir kamen unkontrolliert die Tränen. Ich war so froh das mein Mann bei mir war. Nun hieß es warten!

Wir gingen in die Kantine und aßen zu Mittag. Anschliessend legte ich Morla in unserem Zimmer hin und wir warteten weiter, bis es endlich an der Tür klopfte und mein Mann zu ihm in den Aufwachraum gehen konnte. Eine gefühlte Ewigkeit dauerte es bis die beiden dann endlich aufs Zimmer kamen. Der B-Boy weinte bitterlich, was aber wohl nach dem Aufwachen aus der Narkose normal ist. Die Schwester schob unsere Betten zusammen, uns wurde erklärt was wir nun beachten müssen und ich nahm das kleine Bündel in den Arm und er schlief mit seinem Hasi fest umklammert ein. Mein Mann machte sich dann irgendwann wieder auf den Weg nach Hause.

Am späten Nachmittag wachte der Große wieder auf, krächzend und natürlich immer noch sehr weinerlich . Die operierende Ärztin erklärte mir vorher was gemacht wurde und wie nötig diese OP für ihn war. Sie hätte selten einen kleinen Menschen auf dem Tisch liegen gehabt der solche riesigen Rachen- und Gaumenmandeln gehabt hat. Dass er überhaupt noch richtig Luft bekommen hat, hat sie sehr verwundert. „Er wird so viel von er Operation haben.“ vergewisserte auch sie mir noch einmal. Im rechten Ohr wurde ihm noch ein Röhrchen eingesetzt, da er dort Flüssigkeit hinter hatte. Als der kleine Mann ausgeschlafen hatte, probierte er sich an einem Eis. Er merkte wie gut es ihm tat und lutschte dann 3 hintereinander weg. Die Nacht war auch in Ordnung, er war froh dass ich direkt neben ihm lag. Offensichtlich hatte er Schmerzen, weigerte sich aber, bis auf die Nasentropfen, irgendwelche Medikamente zu nehmen. Essen konnte er nur Miniportionen, trinken ging dafür um so besser. Am Mittwoch durften wir dann wieder nach Hause. Zu meiner Erleichterung denn in gewohnter Umgebung wird man schneller gesund. Auffällig ist, dass der B-Boy wirklich nicht mehr schnarcht und im Moment redet wie eine Micky Maus.

Ich bin sehr froh dass er alles so gut überstanden hat und die Uni-Klinik in Kiel uns den Aufenthalt wirklich leicht gemacht hat.

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From → Alltag

2 Kommentare
  1. Alles Gute weiterhin! Tapferer Junge! =)

    • Sonnenscheinbaby permalink

      Ich danke dir! Ja, er ist wirklich tapfer und die ersten verbesserungen machen sich schon bemerkbar. 😊

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