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Fremderziehung

6. August 2014

Da haben wir schon wieder August und seit genau einem halben Jahr geht der B-Boy nun schon in den Kindergarten. Er fühlt sich total wohl und hat mittlerweile auch neue Freunde gefunden zu den Kinder die er aus der Krippe eh schon kannte. Die Namen hat er alle drauf. Im Juni war der Fotograf, der einmal im Jahr kommt, im Kindergarten und es gab natürlich auch das obligatorische Gruppenfoto. Wir schauten uns das gemeinsam an und er sagte mir jeden Namen. Da ICH nicht jedes Kind beim Namen nennen kann war es mir eine Hilfe das alle Namen unter dem Bild in der Reihenfolge der Kinder standen. Morgen werden die zukünftigen Schulkinder verabschiedet und ich bin gespannt wenn dann bald die neuen Kinder dazu kommen ob sich die Karten dann wieder neu mischen. Das ihm der Kindergarten gut tut merke ich auch in seiner Entwicklung und auch an dem positiven Feedback der Erzieher. Wenn man bedenkt dass es mir am Anfang echt schwer gefallen ist meinen Sohn mit gerade mal einem Jahr in die Krippe zu geben hat sich meine Einstellung dazu dann doch ein bisschen geändert. Wenn ich nicht arbeiten müsste, würde ich meine Kinder länger bei mir zu Hause lassen. Ich bin selber auch erst mit ca. 4Jahren in den Kindergarten gekommen. Wie es aber mit vielen Dingen ist, früher war alles anders! Heute kommt man selten mit nur einem Gehalt klar welches die gesamten Kosten deckt. Natürlich habe ich mich bewusst für meine beiden Kinder entschieden aber ich denke nicht, dass ich sie vernachlässige wenn sie vormittags im Kindergarten sind. Da gehen die Meinungen der Leute aber auseinander. Erst vor kurzen hatten wir vom Kindergarten eine Beiratssitzung zum Thema Öffnungszeiten. Unsere Krippe ist von 7:00Uhr-14.30Uhr geöffnet. Das sind 7,5 Stunden Betreuung. Im Kindergarten hat man drei verschiedene Abholzeiten 12:30Uhr, 14:00Uhr und 16:30Uhr. Während des Gesprächs über die Anpassung von 14:00 auf 14:30Uhr an die Krippenzeit kamen dann auch andere Abholzeiten für die Krippe ins Gespräch. Und das in anderen Städten man die Kinder morgens um 6Uhr bringt und abends um 18Uhr wieder abholt. Dann viel im Satz das Wort Fremderziehung. Klar, in der heutigen Zeit trennen sich die Eltern immer öfter. Wenn ich an früher denke, war es eher eine Seltenheit dass sich Eltern scheiden liessen. Heute gehört es aber zum normalen Alltag ob so gewollt oder nicht. Und somit stehen die Mütter mit dem Kind und ein bisschen Kindergeld und Unterhalt alleine da. Nur weil es aber heute, ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster, zur Regel gehört heisst es aber noch lange nicht dass sich das Umfeld dem auch angepasst hat. Für viele Arbeitgeber ist eine Alleinerziehende Mutter ein Grund sie nicht einzustellen oder die Arbeitszeiten passen nicht mit den Kita-Zeiten. Da kommt eine 12 Stunden Betreuung fürs eigene Kind gerade recht. Aber kann man da auch gleich vorwurfsvoll sagen, dass man sein Kind von anderen erziehen lässt nur weil man in der heutigen Zeit leben möchte? Leben im Sinne von, dem Kind auch mal einen Wunsch erfüllen können oder auch mal eine Ausflug ins Schwimmbad oder ähnliches zu machen. Aber auch sich selber mal was zu gönnen. Wenn man noch das Glück hat, mit seinem Partner zusammen zu sein und man trotz dem 2 Gehälter braucht um zu leben, auch dann sollte einer nicht verurteilt werden wenn er seine Kinder ab einem Jahr in die Kita bringt. Sowohl bei meinem Sohn als auch bei meiner Tochter hätte ich gerne den Luxus genossen meine Elternzeit auf 2 Jahre zu strecken. Bei den Mietpreisen hier auf der Insel aber gar nicht möglich. Um meinem Großen die Umstellung auf mit der kleinen Schwester etwas zu erleichtern hatten wir beschlossen den B-Boy nur bis 12.30Uhr im Kindergarten zu lassen. Er hat dann schon Mittag gegessen und schlief dann zu Hause. Die Zeit brachte nun leider Veränderungen mit sich. B war immer öfter enttäuscht wenn ich ihn schon so früh abholte und alle anderen noch da bleiben durften. Zum anderen kam er abends einfach nicht mehr zur Ruhe wenn er zu Hause erst um ca. 13Uhr Mittagsschlaf machte. Er steht immer wieder auf und man merkt einfach, dass er nicht müde ist. Morgens dann um so mehr. Haben wir den Mittagsschlaf weg gelassen, war er ab einer gewissen Zeit nicht mehr geniessbar, schlief dann abends sofort. Nach einem Gespräch mit der Erzieherin schlug sie dann vor, B bis 14Uhr im KiGa zu lassen. Erst war ich nicht begeistert, wollte ich ihn doch nicht abschieben nur weil er abends nicht ins Bett geht. Mit der Zeit freundete ich mich mehr mit den Gedanken an und kam dann zu dem Entschluss dass es wirklich besser für uns beide ist. Und somit hat er ab nächsten Monat den 3/4 Platz und erhoffe mir damit ein glückliches ausgeglichenes Kind. Was ich damit sagen will, egal wie lange ein Kind im Kindergarten oder in der Krippe ist, keine Mutter schiebt ihr Kind ab oder hat keine Lust es zu erziehen. Klar, ein paar schwarze Schafe gibt es immer. Und trotz dem entscheidet jede Mutter, jeder Vater zum Wohle des Kindes so wie es in unserer heutigen Zeit möglich ist.

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From → Alltag

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