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Großer Bruder

8. Juli 2014

Ich bin bald ein großer Bruder das hat mir meine Mama schon recht schnell erzählt, noch bevor ihr Bauch immer größer wurde. Was das bedeutet, habe ich nicht gewusst aber es hörte sich toll an, denn Mama und Papa strahlten dabei immer so. Also lachte ich dabei auch, wenn ich es überall erzählt habe. Als Mamas Bauch immer größer wurde, konnte Sie mich nicht mehr auf den Arm nehmen, was mich ein bisschen traurig machte. Auch rumtoben auf der Couch durfte ich auf einmal nicht mehr mit ihr und oft sagte Papa: “ Du musst auf Mamas Bauch aufpassen, da ist doch deine Schwester drin.“ Oft scherzte ich mit Mama und redete mit ihrem Bauch. „Hallo Schwestaaa, ich bin da, dain großa Bruda!“ und dann machte ich Pupsgeräusche mit ihrem Bauch. Auch fragte ich sehr oft wann es denn endlich soweit sei, das nun diese Baby-Schwester kommt. Mama kaufte ein Buch das Unser Baby hieß und ich verstand es nun ein bisschen besser. Dann machten wir eine Reise und Papa sagte mir, dass wenn wir wieder nach Hause fahren auch meine Schwester mitkommt. Oh, da strahlte ich über das ganze Gesicht. ENDLICH! Gemeinsam machte ich mit Mama und Papa noch einen Ausflug zum Hafen in Flensburg. Dort machte ich mit Mama noch einmal ein paar Fotos mit ihrem dicken Bauch.

Am nächsten Morgen war Mama schon weg als Papa mich wach machte. An diesem Tag durfte ich in einen anderen Kindergarten mit fremden Kindern. Kam mir erst total komisch vor, wollte ich doch eigentlich mit Papa mit. Aber dann nahm ich doch die Hand der Erziehern und durfte mit den anderen Kindern Geburtstag feiern und freute mich über den Schokoladenkuchen. Mittags kam endlich Papa wieder und er sagte dass es nun soweit sei. Ohhhh war ich aufgeregt! Wir kauften noch Blumen für Mama und dann standen wir vor dem Zimmer in diesem riesigen Krankenhaus. Ganz schüchtern ging ich mit den Blumen ins Zimmer. Endlich, meine Mama und dann war da dieses etwas…..MEINE SCHWESTER. Nun wusste ich was das heisst und konnte sie streicheln und küssen. Auch Mama wollte ich wieder so richtig drücken aber das durfte ich nicht. Mamas Bauch tat ihr noch sehr weh aber irgendwie vergaß ich das schnell wieder und sie musste mich immer wieder daran erinnern. Und irgendwie passierte im Krankenhaus auch nicht viel, ich wollte doch mit meiner Schwester spielen…..aber die lag immer nur da und schlief. Fand ich irgendwie blöd. Mit Mama war auch nicht viel anzufangen und leise musste ich auch immer sein. Aber ich wollte das nicht und fing an mir andere Beschäftigungen zu suchen…“Oh ein Lichtschalter……und was ist das da im Badezimmer?“ Papa hatte dann keine Lust mehr mich immer wieder zurück zu holen und mir zu sagen dass ich das nicht darf. Aber mir war so langweilig…..

Dann kam endlich der Tag das meine Mama und meine Baby-Schwester nach Hause durften. Ich freute mich auf Mama. Mit Papa ist es auch schön aber Mama hat mir gefehlt. Das wollte ich ihr auch zeigen. Dass ich sie dann aber immer noch nicht so knuddeln durfte wie vor dem dicken Bauch verstand ich nicht. „Ob Mama mich nun nicht mehr mag?“ fragte ich mich. Und irgendwie kann sie mir abends auch keine Geschichte mehr vorlesen…..das macht dann Papa. Und wenn ich ihr gerade was zeigen will, dann füttert sie ausgerechnet meine Baby-Schwester und kann nicht mitkommen. Das macht mich wirklich sauer. Meine übliche Bobby Car Rennfahrten darf ich nun auch nicht mehr machen wann ICH das will. „Schhhh, deine Schwester schläft!“ heisst es dann. Ja, dass vergesse ich irgendwie immer wieder und es ist auch schon das ein oder andere mal vor gekommen dass sie dann wach geworden ist. Mama sieht müde aus aber ich möchte doch auch so gerne mal wieder was mit ihr machen. Aber irgendwie klappt das dann nicht wenn ich will. Dann schimpfe ich mit Mama und Papa. Und sie dann auch mit mir, denn eigentlich wollen wir uns nicht anschreien oder streiten. Wenn meine Schwester abends im Bett ist, dann hätten Mama und Papa endlich Zeit für mich. Mittlerweile schafft es Mama auch wieder mich ins Bett zu bringen. Aber die Zeit ist mir zu kurz und ich stehe dann einfach immer wieder auf. Durst, Pipi, böse Monster……all das lässt mich Abends zur Zeit nicht zur Ruhe kommen und Mama und Papa sind dann für mich da. An manchen Tagen schimpft Mama auch mal wieder mit mir. Ich weiss auch dass sie das gar nicht will und ich will ja auch eigentlich nicht so viel Blödsinn machen aber irgendwie haben wir wohl gerade beide so unsere Phase. Ich verstehe selber nicht warum mich das manchmal so wütend macht wenn Mama mich um Hilfe bittet, wie z.B. meinen Schlafanzug zu holen. Auch sonst werd ich gerade sehr schnell wütend. Aber wenn Mama mich in den Arm nimmt und wir wieder richtig kuscheln können, dann weiss ich, dass sie mich immer noch genau so lieb hat wie früher bevor die Baby-Schwester da war, nur einfach ein bisschen weniger Zeit, denn die Baby-Schwester soll ja auch merken, das Mama und Papa immer für sie da sind. Genauso wie ich, ihr großer Bruder. 

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From → Alltag

2 Kommentare
  1. ❤️❤️❤️ ja so ist das, mich hat diese Zeit als Kind sehr geprägt und ich finde es toll wie gut du dich in deinen Sohn reinversetzen kannst. Ihr meistert es super.

    • Sonnenscheinbaby permalink

      Danke dir! :-* Es ist ja für alle eine neue Situation und jeder versucht auf seine Art damit umzugehen, auch mein Großer! Aber dieser Blogeintrag hat mir persönlich auch geholfen. Man vergisst leider doch zwischendurch, dass es nun einmal ein Kind ist.

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