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Paar sein- Paar bleiben?

23. Mai 2014

Was ich hier nun schreibe, das liegt mir schon lange auf dem Herzen. Anlass sind aktuell zwei Fälle im näheren Freundes und Bekanntenkreis. Situationen, die mir nicht in den Kopf wollen und Abläufe, die ich nicht nachvollziehen kann. Aber fangen wir mal von vorne an.

Wenn man sich als Paar, sei es verheiratet oder unverheiratet, entschliesst ein Kind zu bekommen, dann soll das mit einer der Höhepunkte der Liebe sein. Ich bin da eher die Romantikerin. Dazu muss ich auch sagen, dass ich früher nie Kinder wollte. Nicht, weil ich keine Kinder mochte sonder weil ich die Welt, in der sie aufwachsen werden nicht als ideal empfand. Auch spielte meine Familie da eine große Rolle, denn die setzten mir auch den ein oder anderen Floh ins Ohr. Und dann traf ich IHN! Den einen, den Freund und Seelenverwandten. Meine große Liebe! Mit ihm konnte ich es mir auf einmal vorstellen eigenen Nachwuchs zu haben. Als wir 2007 gemeinsam auf die Insel zogen, wurde dieser Gedanke „och, Kinder wären irgendwann schon toll“ zu einem etwas stärkeren Wunsch. Natürlich verschwieg ich das meinem jetzigen Mann nicht aber gemeinsam entschieden wir uns noch zu warten. Erstmal noch ein bisschen leben und was erleben. Zum erleben zählt unsere gemeinsame Reise nach New York. Das war 2008 und ist schon wieder viel zu lange her. Für mich war aber klar dass ich mein erstes Kind vor meinem 30. Geburtstag haben möchte. Und so war es dann auch. Im Mai 2011 bekamen wir unseren Sohn. Ich muss ja zugeben, dass ich immer gedacht habe dass das erste Jahr zu den einfachen gehört. Nun, ich wurde eines besseren belehrt. Es ist weder für die Mutter einfach, noch für den Vater. Es ist ein Teufelskreis! Schlaflose Nächte, das Unwissen, kluge Sprüche von allen Seiten können die Partnerschaft schon hart auf die Probe stellen. Mein Mann dachte oft, dass ich ja den einfacheren Part habe, denn ich bin ja nur draussen und treffe mich mit Freundinnen, das Baby schläft ja den ganzen Tag und im Grunde alles easy going. Es zehrt aber an den Nerven, wenn man nicht mehr als 2h am Stück schlafen kann und ja, beim erste Kind kann man sich oft auch noch am Mittag mit hinlegen um wieder Energie zu sammeln. Und trotz dem leidet die Partnerschaft. Früher ging man ins Kino, schön im Restaurant essen oder machte die ein oder andere Nacht unsicher. Heute will alles gut geplant sein, denn da wartet ja auch ein kleiner Mensch auf einen zu Hause. Bei uns spielte häufig das Thema Hilfe von den Großeltern eine Rolle. Denn die haben wir hier oben nicht sondern leben 600km weit weg. Ich fand, dass wir das alles ohne auch gut meistern, mein Mann war der Meinung dass das uns vieles erleichtern würde und man dann einfach häufiger „Paar sein“ kann. Da gingen unsere Meinungen auseinander, denn spontan kann man mit Großeltern auch nicht sein.

Ja, die Beziehung leidet die ersten Jahre mit gemeinsamen Kindern. Aber wenn man miteinander redet, jeder seinen Standpunkt klarstellt, dann kann und wird es funktionieren. Mit einem zweiten Kind wird alles nicht einfacher. Und so haben wir uns vorgenommen in Zukunft, wenn unsere Tochter etwas älter ist, einmal im Monat einen Paarabend zu planen. Nur mein Mann und ich! Essen gehen, ins Kino oder vielleicht einfach mal wieder romantisch einen Sonnenuntergang am Strand erleben. Einen Babysitter habe ich uns schon organisiert. Der Nachbarschaft sei dank! Da kann ich auch als Mutter beruhigt den Abend geniessen und weiss meine Kinder in gute Hände.

Und an dieser Stelle will ich einfach auch mal Danke an meinen Mann sagen. Wir sind beide keine einfachen Menschen und haben beide einen Dickkopf. Aber im Herzen wissen wir, dass wir zusammen gehören und haben gemeinsam eine tolle kleine Familie. Für mich sind auch meine Eltern und Schwiegereltern da ein tolles Vorbild. Meine Eltern sind 35 Jahre verheiratet, die Schwiegereltern 47. Und da ich mit beiden über alles reden kann weiss ich, das auch in einer so langen Ehe nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen ist.

Um so weniger verstehe ich die Männer heutzutage nicht. Sobald es schwierig wird, ist es ja einfacher, sich etwas neues zu suchen und damit Frau und Kind im Stich zu lassen. Es schockiert mich wirklich, wie häufig das in letzter Zeit im näheren Bekanntenkreis passiert ist. Man hat sich doch gemeinsam für eine Zukunft mit Kind entschieden. Meist war für die Frau soweit alles in Ordnung und zack, weg war der Mann. Und wer leidet dabei am meisten? Das Kind! Plötzlich ist der Papa nicht mehr da, Mama weint nur oder schreit ins Telefon und das Kind versteht die Welt nicht mehr. Durch die Unruhe wird der Alltag wohl noch anstrengender mit dem Nachwuchs, welches man nun alleine erziehen muss. Geldsorgen, Umzug etc. bestimmen nun erst einmal das Leben. Und auch wenn man sich vielleicht immer vorgenommen hat, falls man sich mal trennt, es nicht auf dem Rücken der Kinder auszutragen, sind sie meist die Leidtragenden. Ob das den Männern bewusst ist, die ihr Leben zu anstrengend fanden und sich für sie, zu dem Zeitpunkt die einfachere Lösung entschieden?

Klar, ich will ja gar nicht sagen das große Gefühle sich auch verändern können! Aber kann man dann nicht ehrlich sein? Warum kann man das der Partnerin nicht sagen? Ja- umgekehrt natürlich genauso. Frauen kann das auch passieren. Ich spreche nur grad so, weil es meistens die Männer sind, die abhauen- wie in den Fällen in meinem Bekanntenkreis. Irgendwie will das nicht in meinen Kopf.  Erst wird es durch Lügen vertuscht oder die Situation geschönt bis alles auffliegt und dann wird alles kräftig abgestritten. Aber egal ob der Mann oder die Frau die Beziehung/Ehe beendet, man bleibt immer miteinander verbunden. Und das was einen verbindet, das gemeinsame Kind, darf unter den Differenzen nicht leiden!

 

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From → Alltag

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