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Wo soll das noch enden?!

18. Februar 2014

Da ich aktuell noch mitten in der Thematik stecke, lese ich natürlich jede neue Nachricht mit entsetzen. Alles fing damit an, dass ich mich seit September/Oktober mit dem Vorhaben beschäftigen musste, dass die Insel-Geburtsstation geschlossen werden sollte. Nun, wer meinem Blog „regelmäßig“ liest oder es vielleicht der Presse entnommen hat, hat sie auch geschlossen. Alles was die Inselbewohner versucht haben ist leider gescheitert. Sogar die Versprechen der Politiker in Kiel waren letztendlich nur leere Versprechen. Aber da ich schon viel zu dem Thema geschrieben habe, will ich nun nicht wieder alles wiederholen. Nun werde ich unsere Tochter in Flensburg zur Welt bringen. Die Wahl viel auf diese Klinik, weil sie etwas spezialisierter ist. Wenn die Bauchbewohnerin nicht in BEL liegen würde, dann wäre ich auch hier geblieben und wäre dann nach Niebüll ins Krankenhaus. Aber wenn man in die Zukunft blickt und sieht welche Kliniken hier geschlossen werden sollen, dann werden bald alle Inselschwangeren nach Flensburg müssen. Denn in den nächsten Jahren sollen, laut einer Liste, auch Niebüll, Föhr und Husum geschlossen werden. Nunja und wenn dann mal was schief geht, dann wird man halt schnell mit dem Hubschrauber ausgeflogen…..ist mit Sicherheit alles kostengünstiger als eine Geburtsstation zu erhalten. Gut, ist Sturm oder Nacht, dann natürlich nicht! Aber dann ist man ja schliesslich selber Schuld, weil man hat es sich ja ausgesucht auf einer Insel zu wohnen oder Urlaub zu machen. Auch wenn die Empfehlung lautet, 2 Wochen vorher aufs Festland zu gehen, sieht die Planung und so eine Geburt ja doch anders aus. Kann dann auch schon mal ein Kind 3-4 Wochen eher auf die Welt kommen (was hier im Januar auch dann gleich passiert ist). Auch lässt sich das mit dem früher aufs Festland gehen auch nur „gut“ umsetzen, wenn man noch keine Kinder hat. Aber auch dann muss man es in Kauf nehmen, dass der Partner evtl. nicht mit dabei ist. In den letzten Monaten war meine Hebamme eine tolle Unterstützung. Sollte der Geburtsvorbereitungskurs uns eigentlich auf die eigentliche Geburt vorbereiten, klärte er uns Schwangere nun auf mit der neuen Situation umzugehen. Viele Ängste konnte die Hebamme uns nehmen aber viele blieben trotz dem. Und dennoch wissen wir, wenn es darauf ankommt, können wir sie zu jeder Tages und Nachtzeit anrufen. Die einzige Bedingung: es muss immer frischer Kaffee bereit stehen! 😉

Und nun soll man uns ab Sommer 2015 auch noch diese Vertraute nehmen? Wer begleitet mich denn vor, während und nach der Geburt? Wir können überhaupt froh sein, dass es noch freiberufliche Hebammen gibt bei den Versicherungssummen die die Damen bezahlen müssen. Aber was machen, wenn es keine Versicherungen mehr gibt? Ich fand die freie Wahl einer Hebamme immer toll, denn nicht mit jeder Person wird man warm. Dann bekomme ich im Krankenhaus eine vorgesetzt, die vielleicht komplett anderer Ansichten ist wie ich und mit der soll man dann auch noch im Wochenbett klar kommen? Eine andere Alternative hat man nicht. Da stell ich mir vor, dass man sich dann auch drei mal überlegt ob man diese dann bei Stillproblemen anruft und dann vielleicht aus lauter Verzweiflung zur Flaschennahrung greift. Von hier weiss ich, dass sich die Hebammen vor Ort ein zweites Standbein mit aufgebaut haben, denn irgendwie müssen die laufenden Kosten ja gedeckt werden. Aber dann ab nächstes Jahr gar keine hauptberufliche Hebamme mehr sein? So sehr ich meinen Beruf in der Apotheke manchmal verfluche und auch schon an Veränderung gedacht habe, er würde mir doch sehr fehlen. Ich mag das Beraten der Patienten und ich freue mich jedes mal sehr, wenn diese dann glücklich berichten, dass meine Empfehlung prima geklappt hat.

Es ist einfach nur traurig wenn man sieht, wie die Zukunft aussehen soll. Kleiner Geburtsstationen werden weiter geschlossen. Alleine im Zeitraum von 2008-2013 waren es 95(!!!!). Dann geht man wie eine Legehenne in das nächste große Krankenhaus, was dann gut und gerne bis zu 50km weg sein kann. Ich frage mich nur, wenn sämtliche Schwangere der Umgebung in dieses eine Krankenhause fahren, wird die Kapazität dann auch mal erschöpft sein. Was dann? Gebären auf dem Flur? Ins nächste Krankenhaus fahren was dann noch mal 30km entfernt ist? Ist ja auch alles gar kein Stress für Mutter und Kind, kann man ja machen, scheint zumutbar zu sein. Die Politik wundert sich, dass heutzutage die Geburtenrate weiter sinkt. Aber wer will denn heutzutage noch freiwillig Kinder bekommen, wenn die Bedingungen dazu immer schlechter werden? Seit dem Sommer 2013 hat man ein Recht auf einen Krippenplatz. Ist ja schön und gut. Was aber tun, wenn trotz dem keiner frei ist weil zu wenige Plätze da sind? Dann nimmt man dir das Recht frei zu entscheiden, wo du dein Kind entbindest. An deinem eigentlichen Wohnort ist es nicht mehr möglich, die Verbindung zu deiner Heimat besteht nicht. Jetzt will man auch noch einen Berufsstand ausrotten, den es schon seit Jahrhunderten gibt! Auch finanziell muss man sich genau überlegen ob man sich ein Kind leisten kann. Dies ist ein Unding, vor allem weil ein Kind, die Gründung einer eigenen Familie selbstverständlich sein und nicht anhand einer Pro- und Kontraliste entschieden werden.

Ich könnte jetzt noch so viel mehr aufzählen aber es bringt nichts sich in Rage zu schreiben. Auf der Insel Sylt wurde von allen Seite versucht etwas zu bewegen, die Politik wachzurütteln. Erfolglos! Trotz dem möchte ich euch bitten hier den Petition zu unterschreiben, zu versuchen, ein kleines bisschen was für die Hebammen zu tun. Rettet unsere Hebammen heisst die Aktion und ist auch auf Facebook zu finden. Teilt diesen Beitrag, rüttelt alle wach das etwas getan werden muss, dass man diese Entwicklung im allgemeinen nicht zulassen darf!

 

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From → Alltag

One Comment
  1. Die Demonstrationen in zahlreichen Großstädten waren gestern zumindest ein Wachrüttler. Ich glaube das die breite Masse der Bevölkerung bis dato gar nicht wusste, was hier für einschneidende Veränderungen durchgeführt wurden.

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