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Offener Brief und Hilferuf von Lasse Lorenzen

30. Dezember 2013

Offener Brief und Hilferuf!

Mit der Bitte um Weiterleitung an sämtliche MdEP, MdB, MdL, Kreistagsabgeordnete NF, Gemeindevertreter Sylt, Bürgervertreter Sylt und jeweils zuständigen Stellen für Angelegenheiten des Schutzes von Frauen, Kindern und Minderheiten, der Familien, Gesundheits- und Sozialpolitik bzw. Antidiskriminierungstellen sowie entsprechende behördliche Institutionen, welche hiermit zur Intervention angerufen werden.

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der Anlage erhalten Sie meinen sehr kritischen Kommentar zur Medieninformation des Gesundheitsministeriums S-H (siehe Link).
http://www.schleswig-holstein.de/MSGFG/DE/Service/Presse/PI/2013/131222_msgfg_Sylt.html%5Bhttps://3c.web.de/mail/client/dereferrer?redirectUrl=http%3A%2F%2Fwww.schleswig-holstein.de%2FMSGFG%2FDE%2FService%2FPresse%2FPI%2F2013%2F131222_msgfg_Sylt.html%5D

Hintergrund hierzu ist die Schließung der Geburtenstation des Asklepios-Konzerns auf Sylt. Sollten Sie nähere Information zum bisherigen Verlauf, der öffentlichen Berichterstattung, dem Widerstand in der Bevölkerung und die Kontaktdaten Betroffener und Beteiligter benötigen, so stelle ich Ihnen diese bei Interesse gern zur Verfügung.

Im Zuge der kooperativen Schließungsstrategie zwischen Land S-H und Asklepios-Konzern hat die Sylter Bevölkerung viel ertragen müssen. Unsere Mütter, die auf der Insel ihre Kinder geboren haben, wurden der Verantwortungslosigkeit bezichtigt und damit öffentlich beleidigt. Gerne können Sie hierzu meine Mutter befragen, die drei gesunde und rechtschaffene Kinder hier auf Sylt zur Welt gebracht hat. Andere Staaten wurden in fremdenfeindlicher Weise als Referenzmaßstäbe verunglimpft und somit öffentlich diskriminiert. Die tragische Ironie dabei ist, dass wir ohne Geburtshilfe auf der Insel unter jegliches Niveau gleich welchem Staat fallen. Künftig sind hier die Schwangeren, die Kinder und jede Frau mit gynäkologischen Notfällen auf sich selbst gestellt. Dieser provozierte Notstand stellt eine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit und das Leben dar. Und der Abbau der medizinischen Versorgung wird weiter gehen.

Insgesamt schien der Asklepios-Konzern um keine Ausreden, Vorwürfe, Anschuldigungen und Unwahrheiten verlegen, welche sich sogar teilweise deutlich widersprachen. Nach eigenen Aussagen war die Abteilung defizitär, dann doch wieder nicht. Die Gynäkologen wurden als nicht versicherbare Risiken und die Hebammen als nachlässig in der Dokumentation diffamiert. Dies ist alles sogar in der Tageszeitung nachzulesen. Die Benannten stehen auch gerne für ihre Sicht der Dinge zur Verfügung. Es wurde sogar versucht, unsere Lokalpolitiker einzuschüchtern. Fragen Sie hierzu gerne unseren Sozialausschussvorsitzenden Eberhard Eberle. Sieht so Demokratie aus? Abschließend wurden Qualitätsmängel angeführt, die nach kritischen Nachfragen der Krankenkassen wieder relativiert wurden, da sonst der gesamte Versorgungsauftrag hätte entzogen werden können.

Daher ist es umso unverständlicher, dass ausgerechnet das Sozial- und Gesundheitsministerium S-H dieses Vorgehen toleriert. Wir werden hier seit Monaten getäuscht und diskriminiert. Und dies in vielfältiger Art und Weise. Die Diskriminierung richtet sich gegen Schwangere, Kinder, Frauen und Friesen. Letztere sind eine anerkannte Minderheit in Deutschland, aber wo bleibt der Schutz für uns? Die erst genannten sind besonders schutzbedürftig, aber scheinen der Landesregierung S-H gleichgültig zu sein.

Ich habe dem Ministerium am 22.11.2013 sachliche Argumente per E-Mail geschrieben und bis heute keine Antwort erhalten. Man wollte es einer Fachabteilung geben. Alle Hinweise, Einschätzungen, Berichte und Eingaben meinerseits blieben unbeachtet. Weiter habe ich dem Ministerium in Form einer E-Mail über die dramatische Geburt meines Sohnes in der Sturmnacht am 06.12.2013 geschrieben, woraufhin eine Reaktion der Ministerin kam, jedoch schlussendlich das avisierte Ergebnis ausblieb.

Neben mir haben viele im Kampf gegen die Schließung der Geburtenstation all dies mit Kommentaren, Ideen, Aktionen, Satire und vielem mehr verarbeitet und verbreitet. Entsprechende Korrespondenz und Unterlagen erhalten Sie gerne auf Nachfrage. Bei Interesse an Details besuchen Sie bitte auch die folgenden Seiten:
https://www.facebook.com/Inselkinder%5Bhttps://3c.web.de/mail/client/dereferrer?redirectUrl=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2FInselkinder%5D
https://www.facebook.com/lasselorenzensylt%5Bhttps://3c.web.de/mail/client/dereferrer?redirectUrl=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Flasselorenzensylt%5D
https://www.facebook.com/inselliste.zukunftsylt%5Bhttps://3c.web.de/mail/client/dereferrer?redirectUrl=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Finselliste.zukunftsylt%5D
https://www.facebook.com/pages/BORN-LOCAL/318683208272234?ref=ts&fref=ts

Bitte schauen Sie nicht weg! Mischen Sie sich ein! Die Medien bitte ich um die Publikation unsere Not; die Politiker und Behörden bitte ich um die umgehende Intervention gegen die Schließung der Geburtenstation auf Sylt. Diese E-Mail nebst Anlage und Links darf weiterverteilt und veröffentlicht werden. Ihre Antworten werden ebenfalls veröffentlicht.

Der Asklepios-Konzern und das Gesundheitsministerium erhalten diese Nachricht in Kopie. Es ist nie zu spät, sich die Hände zu reichen und eine Lösung zu finden. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Der Weg ist möglich. Beweisen Sie den Willen. Und gemeinsam ist der Weg dann unbeschwerter.

Die Schließung von Geburtshilfeeinrichtungen ist ein bundesweites, ja sogar ein europäisches Problem. Die Geburtshilfe stirbt! Die Zahl von Haus- und Autogeburten steigt. Leider auch die Zahl der Toten, wie aktuell der traurige Fall einer in Pforzheim von einer Klinik abgewiesenen Schwangeren zeigt.

Das kann leider ab dem 01.01.2014 jederzeit auch auf Sylt passieren. Und es folgen viele Regionen mehr. In ganz Europa. Dies gilt es zu verhindern. Niemand kann jetzt mehr behaupten, hiervon nichts gewusst zu haben. Keiner wäscht seine Hände in Unschuld, wenn nun ein Unglück passiert. Und leider ist dies vorhersehbar.

Ohne die Geburtenstation auf Sylt – mit Kreißsaal und Operationssaal, den Hebammen und Gynäkologen, dem OP-Team und den Schwestern sowie dem Kinderarzt – wäre ich jetzt ein kinderloser Witwer. Am Nikolaustag geschah unser kleines vorweihnachtliches Wunder.

Neben den vorstehend genannten Beteiligten hat Asklepios damit bewiesen, dass es Gutes tun kann und dies zu leisten vermag. Einfach so weiter machen, dass wäre die frohe Neujahrsbotschaft.

Bitte tragen Sie dazu bei, dass anderen Menschen auf Sylt und andernorts auch solch ein schweres Schicksal erspart bleibt.

Mit freundlichen Grüßen
Lasse Lorenzen

P.S. an Asklepios und SozMi: Sylt hat mit Einwohnern, Pendlern, Urlaubern und Tagesgästen die überwiegende Zeit eine Anzahl von Menschen wie Kiel Einwohner hat. Nur mal so als Größenordnung. Ach ja, und Geburten sind es 2013 zirka einhundert, zuzüglich der zirka zwei Dutzend Festlandsentbindungen aufgrund der eigenmächtigen temporären Schließung der Geburtenstation. 130 hatte ich Ihnen im SozMi genannt. Die Zahl 80 ist frei erfunden, von wem auch immer. Es wären nur 80, gäbe es die Geburtenstation nicht. Denn dann hätten es leider einige Kinder und Mütter nicht überlebt. Frühchen, Geburtsstillstand, unvorhersehbare Komplikationen und so weiter. Schlimmes Zahlenspiel. Und der Verweis auf andere Inseln ohne Geburtshilfe ist erbärmlich. In anderen Ländern gibt es Kinderarbeit, Kinderhandel, Kindersoldaten. Wollen wir wirklich ein Rückentwicklungsland werden und den niedrigsten Maßstab ansetzen? Und wollen wir wirklich auf diesem Niveau weiter diskutieren?

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From → Alltag

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