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Ab 2014 keine Geburten mehr auf Sylt?

5. November 2013

Lange habe ich überlegt ob ich über die Situation auf der Insel schreiben soll. Eigentlich müsste ich, waren meine Gedanken, doch dann schien das Problem gelöst. Die Zeitungen schrieben, dass sich die Situation entspannen würde, Hebammen, Gynäkologen und die Klinik sich einig seien. Den Artikel dazu hatte ich bei Twitter und auf meiner Facebookseite verlinkt. Seit dem Wochenende weiss ich aber, es ist gar nichts geklärt! 

Am Samstag durfte ich ja das neue Ultraschallgerät in der Praxis testen. Als zwei der drei Gynäkologen genug an mir „getestet“ hatten, sassen wir noch gemütlich zusammen und sprachen über die neue Technik bei einem Kaffee. Dann lenkte dass Gespräch in eine andere Richtung und es viel der Satz: „Nein, es ist gar nichts geklärt und in trockenen Tüchern!“ Bisher war mir nur das Hebammenproblem bekannt. Die bisherige Beleghebamme muss bisher so gut wie alles alleine machen. Die anderen beiden Inselhebammen haben keine Verträge mit unserem einzigen Krankenhaus. Dass heisst, die Geburten vor Ort liegen in Ihrer Hand. Nun erzählte mir aber der Arzt, dass es wohl ab 2014 keine Geburten mehr in der Klinik auf Sylt statt finden können, denn es sei kein Gynäkologe mehr da. Die Verträge wurden von den beiden Ärzten durch die Klinik gekündigt. Ein neuer Vertrag könne gemacht werden aber auch nur, wenn die Ärzte ihre Versicherung von ca. 40000€ im Jahr selber bezahlen. Doch bei ca. 100 Geburten im Jahr, müsste der Gynäkologe ca. 20000€ drauf zahlen. Das Problem ist, dass es wohl deutschlandweit keine Versicherungen mehr für Ärzte gibt die eine ausreichende Deckung gewährleisten. Der bisherige Marktführer Zurich, hat alle alten gekündigt und bietet seit 2013 keine neue Ärztehaftpflicht mehr an. Die Versicherungen, die noch welche anbieten, haben kein Kontingent mehr bzw. es würde das 3,5-fache verlangt. Das liegt u.a. daran, dass auch in Deutschland immer mehr geklagt wird. „Zeiten wie in Amerika!“, solche Sätze wurden gesagt und dass das ein deutschlandweites und europaweites Problem sei. Immer mehr Geburtsstationen werden geschlossen und das man teilweise 50-100km bis in die nächste Klinik fahren muss. 

Tatsache ist, dass mich diese Thema grad mehr denn je betrifft, denn meine Tochter soll im März nächsten Jahres auf die Welt kommen aber wohl nicht, wie ihr Bruder, auf Sylt. “ 2 „Lösungen“ kämen nun bei uns in Frage.

1) Ich entscheide mich für einen 2. KS! Damit kann ich auf dem Festland in der Nähe entbinden, könnte schnell wieder nach Hause, mein Sohn müsste nicht aus seinem gewohnten Umfeld gerissen werden und mein Mann könnte dabei sein.

2) Ich gehe ca. 4 Wochen vor dem ET zurück in meine Geburtsstadt, 600km von der Insel und meinen Mann weg. Entscheide mich, wenn möglich und alles normal läuft, für eine natürliche Geburt. Reisse dabei dann aber meinen Sohn aus seinem Gewohnten Umfeld und muss mich mit dem Gedanken anfreunden, dass mein Mann bei der Geburt nicht dabei sein kann. Denn er kann sich ja schlecht für die gesamte Zeit Urlaub nehmen und dann kommt das Baby womöglich nicht. 

Beide Lösungen gefallen mir überhaupt nicht, doch was soll ich machen. Eine kleine Hoffnung habe ich ja, dass sich das Problem bis ende des Jahres löst. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. 😦

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From → Alltag

5 Kommentare
  1. Wow. Das ist echt hart. Sowohl Variante eins als auch Variante zwei sind ja scheiße. Wenn ich das mal so sagen darf. Man kann natürlich behaupten, dass es ein ganz cleverer Trick der nächst gelegenen Festland-Klinik ist, mehr planbare und teurere Kaiserschnitte zu machen. Aber………. Puh. Ich würde dir da gerne einen super Tipp geben, aber da hab ich leider keinen Rat, ich weiß nicht, wie ich da entscheiden würde. Was sagt denn dein Mann und Umfeld bisher dazu? Fühl dich mal feste gedrückt!

  2. Hi Nady,

    ich verfolge die Situation vor Ort auch schon eine ganze Weile und hoffe natürlich das es sich für dich und alle anderen Schwangeren positiv entwickelt. Ich finde es wirklich traurig, dass sich die Bürgermeisterin „neutral“ verhält. Ich glaube, sie wollen die Versicherungen nicht übernehmen weil es für Sylt nicht wirtschaftlich ist. War ihr letzter Satz in der Sylter Rundschau nicht, dass sie sich mehr „schwangeren Tourismus“ erhofft? Das ist doch ihr einziger Gedanke, wie kann ich noch mehr Profit erzielen. Anscheinend haben sie gegen gerechnet und sich für den Zerfall in der Gesellschaft entschieden.
    Hast du mal mit Müttern oder Schwangeren auf Foehr, Amrum oder den Halligen Kontakt aufgenommen? Wie wird es dort gelöst?

    Fuehl dich gedrückt.

  3. Ich drücke dir ganz fest die Daumen das sich auf der Insel eine Lösung finden wird. Das ist echt hart und ich hoffe das du weder die eine noch die andere Lösung in betracht ziehen musst.
    Ich drücke dich von Herzen.

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