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Wutanfälle und Trotzphase

19. Oktober 2012

Heute kam der neue Hipp Elternbrief 75.Woche und da ich mich gerade sowas von in dieser Phase befinde, wollte ich ihn euch einmal zum lesen kopieren: 

bei aller Liebe: So ein Tag mit einem Kleinkind ist anstrengend! Sind Sie auch abends restlos geschafft, obwohl Sie eigentlich „gar nichts“ getan haben? Die Wäsche liegt immer noch ungebügelt im Korb, der Haushalt versinkt langsam im Chaos? Kaum eine Entwicklungsphase ist anstrengender als die Zeit um etwa eineinhalb Jahre.

Warum Trotz ganz wichtig ist

Die Kleinen sind anspruchsvoll, sie entdecken alles, interessieren sich für alles und sind nur sehr schwer von ihren Plänen abzubringen. Meist kommt im Alter von 1,5 Jahren bis 2 Jahren die berühmte Trotzphase. Da meist noch die verbalen Fertigkeiten fehlen, muss Ihr Kleinkind auf andere Mittel zurückgreifen, um seine Gedanken, Gefühle und Enttäuschungen mitzuteilen. Auf Verbote, auf Frust, auf eigene Grenzen oder auf solche, die Eltern ziehen müssen, reagieren Kinder jetzt mit ungebremster Wut. Sie legen einen Trotzanfall hin, der Sie und Ihre Umgebung überwältigt. 

Früher vertrat man die Meinung, dass man dieses Verhalten dem Kind keinesfalls durchgehen lassen dürfe. Man sprach davon, dass Kinder mit solchen Anfällen bewusst ihre Grenzen austesten wollten. Autorität und Konsequenz wurden angeraten. Später riet man dazu, diese Anfälle zu ignorieren und mit Nichtbeachtung oder Auszeiten zu bestrafen.

Heutzutage sagen Entwicklungspsychologen, dass Trotz zur ganz normalen Entwicklung gehört.  Tief durchatmen lautet die Devise, wenn Ben Elias mal wieder so richtig ausrastet. Nehmen Sie den emotionalen Sturm nach Möglichkeit ohne negative Gefühle oder gar Handgreiflichkeiten an –  diese Wut richtet sich nicht gegen Sie als Mutter oder Vater. Auch nicht, wenn Ihr Kind in der Wut vielleicht nach Ihnen treten sollte. Es ist seine Unfähigkeit, mit dem Gefühl der Frustration umzugehen, die das Kind aggressiv werden lässt. Wenn Sie sich das immer vor Augen halten, wird es Ihnen leichter gelingen, in solchen Situationen gelassen zu bleiben und sogar Verständnis aufzubringen.

Trotz und Wut ist ein wichtiger Bestandteil der Entwicklung – und B. braucht diese Art der Aggression, um sich selbst zu finden. Der Grund ist einfach: Die Kleinen verfügen noch nicht über die sprachlichen Möglichkeiten, um Konflikte zu lösen und reagieren deswegen auf körperliche so wie intellektuelle Grenzen, mit Trotz oder Wut. Ben Elias kennt noch keine andere Lösung, sondern muss eine „friedliche“ Konfliktbewältigung erst einmal lernen.

Auch wenn Kinder ihre Wutanfälle nicht gezielt steuern können, lernen sie schnell, diese zur Manipulation ihrer Eltern einzusetzen: Geben Sie bei B. nach, um eine unangenehme Situation zu beenden, lernt er schnell Wut und Trotz als geeignetes Mittel einzusetzen um den Willen durchzusetzen.

„Währet den Anfängen“ sollte Ihr Motto sein. Das gilt insbesondere zu Hause. Hier haben Sie die besten Möglichkeiten klare Grenzen aufzuzeigen: erklären Sie Ben Elias unmissverständlich, dass Sie sein Verhalten nicht dulden. Erteilen Sie Machtkämpfen damit eine klare Absage. Warten Sie ab, bis B. sich beruhigt hat, erst dann sollten Sie in aller Ruhe über den „Vorfall“ sprechen. 

Bleiben Sie aber auch konsequent in der Öffentlichkeit. Vielen Eltern haben Probleme gerade in der Öffentlichkeit konsequent gegenüber Ihren kleinen bockigen Schreihälsen zu sein und geben dann des lieben Friedens willen nach. Bleiben Sie konsequent auch beim lautstarken Tobsuchtsanfall vor der Supermarktkasse. Sagen Sie einfach „Ich weiß, dass du jetzt wütend bist und es ist mir etwas unangenehm, dass gerade alle herschauen – aber ich habe dich trotzdem lieb!“ Sie werden wahrscheinlich feststellen, dass alle Umstehenden Sie anlächeln, denn so ein Bekenntnis ist authentisch und menschlich und hätte wohl jeder gern von seinen Eltern gehört.

Überprüfen Sie aber auch Ihre Verbotsliste. Je mehr Einschränkungen B. beachten muss, desto heftiger wird er sich auflehnen. Überlegen Sie deshalb genau, welche Grenzen Ihnen wirklich wichtig sind und sagen Sie nicht einfach nur aus Gewohnheit „Nein“.

Unterstützen Sie B. in seinem Streben nach Selbständigkeit. Lassen Sie B. zum Beispiel die Gummistiefel selber anziehen, eine Treppe selber hinauflaufen, auch wenn das sehr viel mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Gestalten Sie die Wohnung so, dass Sie nicht ständig Verbote aussprechen müssen. Wenn das kostbare Geschirr und die teure Stereoanlage außer Reichweite sind, gibt es keinen Dauerstreit darum.

Nicht den Zorn brechen, sondern umlenken! Versuchen Sie bei den ersten Anzeichen eines Zorngewitters, Ihr Kind abzulenken. Zum Bespiel: Drehen Sie das Radio kurz auf volle Lautstärke und bitten Sie Ihr Rumpelstilzchen zum Tanz. Oder bieten Sie an, dass es mit der Oma telefonieren darf.

Ganz wichtig: Nehmen Sie seine Wut nicht persönlich. Geben Sie Ihrem Spatz in solchen Situationen besonders viel Liebe und Zuneigung. Erkennen Sie an, dass sich die Reaktionen Ihres Kindes nicht auf Sie als Person beziehen, sondern aus der zwiespältigen Lage eines sich entwickelnden Kindes resultieren. Und zuletzt freuen Sie sich über diese gute Nachricht: Bei den meisten Kindern werden die heftigen Trotzanfälle in den nächsten Monaten seltener. Bald schon ist Ihr kleiner Liebling wieder ausgeglichen.

Quelle: Hipp Elternbrief

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